Zielobjektsuche

Premiumschnüffeln der Extraklasse

 

Rund 70 % der Hunde in Deutschland sind schlichtweg arbeitslos. Der Alltag dieser Hunde beschränkt sich meist aufs "Gassigehen" und ab und zu mal einem Stöckchen hinterher laufen und bei Sauwetter fliegt nicht einmal ein Stöckchen. "Oh, oh."

 

Das lastet einen Hund bestimmt nicht aus. Aus unserer menschlichen Gesellschaft ist ja bekannt das lange Arbeitslosigkeit früher oder später zu Spannungen und Problemen im sozialen Umfeld führen kann. Unseren Hunden ergeht es nicht anders. Sie erstellen, bedingt duch ihre "Arbeitslosigkeit" ihr eigenes Beschäftigung-Programm, welches uns Menschen natürlich nicht gefällt, z. B.: räumen sie den Mülleimer leer, machen sich am Mobiliar zu schaffen, kauen sich die Pfotenballen auf, zeigen Aggressionen gegen Artgenossen oder jagen Jogger, Fahrradfahrer oder gar Wild.

 

Hunde brauchen eine artgerechte Beschäftigung!

 

Es gibt verschiedene Rassen mit unterschiedlichen Veranlagungen, z. B. Hütehunde, Wachhunde, Apportierhunde, Schutzhunde und natürlich Mischlingshunde. Alle diese Hunde sind, bedingt durch ihre Genetik Spezialisten auf unterschiedlichen Gebieten. Eines haben sie allerdings gemeinsam -

 

ihren unglaublichen Geruchssinn.

Rhodesian Ridgeback - "Arni" Rhodesian Ridgeback - "Arni"

Zielobjektsuche, kurz "ZOS" - suchen nach zivilen, bestimmten kleinen Gegenständen, wie z. B.: Kugelschreiber, Feuerzeug, Schlüssel oder Korken.

 

Der Aufbau der ZOS erfolgt auf rein instrumenteller Konditionierung (Lernen am Erfolg), ein duch Versuch und Irrtum aufgebauter Lernweg. Nur das korrekte Verhalten des Hundes bringt Bestätigung. Innerhalb weniger Tage lässt sich so, mit etwas Geschick und Unterstützung des Klickers plus Futterbestätigung im Allgemeinen sehr schnell die Grundkonditionierung auf ein zu suchendes Zielobjekt, z. B. eines Feuerzeugs, sowie das passive Anzeigen der Fundstelle erreichen.

Berner Sennenhündin "Duffy" - Feuerzeug gefunden und angezeigt Berner Sennenhündin "Duffy" - Feuerzeug gefunden und angezeigt

Beim "Zossen" ist das Aufnehmen und Apportieren des Gegenstandes sowie scharren und kratzen an der Fundstelle verboten. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

 

  1. Wenn mit extrem kleinen Gegenständen trainiert wird, besteht bei hochmotivierten Hunden durchaus die Gefahr des Verschluckens.
  2. Die Sucharbeit kann völlig bedenkenlos in den eigenen vier Wänden stattfinden, wenn das Radalieren ein Tabu darstellt. (Keine Schäden an der Wohnungseinrichtung.)

 

Der im Training richtig aufgebaute ZOS-Hund lokalisiert ausschließlich mit der Nase und zeigt die Fundstelle durch das sogenannte passive Verweisen in der Platz- oder Sitzposition an. Somit ergeben sich vielfältige Möglichkeiten die ZOS-Arbeit zu Hause mit geringem Zeitaufwand und ohne Sachbeschädigung durchzuführen.

Sibirian Husky - "Buffy" - Hütchensuche Sibirian Husky - "Buffy" - Hütchensuche

Die bei den Behörden eingesetzten Spürhunde sind pro Suchlage (je nach Suchkondition) max. nur 20-30 Minuten im Einsatz, dann muss eine Pause eingelegt werden, damit der Spürhund sich erholen kann. Bei intensiver Suchleistung kann sich die Körpertemperatur eines Hundes bedingt durch die Stoßatmung innerhalb von ca. 15 Minuten um 1 °C erhöhen. Die kreislaufstimulierende Sucharbeit erfordert ein Höchstmaß an Konzentration und psychischer und physicher Anstrengung. Dabei spielt es für einen Hund keine Rolle ob er dienstlich nach Drogen, Waffen, Sprengstoff oder privat Kuli, Feuerzeug oder Schlüssel sucht. Das "zossen" eignet sich übrigens hervorragend auch für altere Hunde sowie Vierbeiner mit einem krankheitsbedingten Handycap, bei denen körperliche Auslastungen wie z. B. Joggen oder Fahrradfahren nicht mehr durchführbar sind.